banner-news-und-aktuelles-parkinsonbanner-news-und-aktuelles-parkinson

In Bewegung bleiben – auch und gerade in Zeiten von Corona

Immer mehr Umfragen bestätigen, was viele von uns längst fühlen: Die fortdauernden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie machen immer mehr Menschen zu schaffen. Davon betroffen sind natürlich auch und in besonderem Maße Menschen mit Morbus Parkinson, die noch stärker mit den psychischen Belastungen, weniger Bewegung und eingeschränkter Lebensqualität zu kämpfen haben als die Allgemeinbevölkerung. All dies sollten Ärzte bei der Betreuung ihrer Patienten berücksichtigen, doch es gibt auch Möglichkeiten, selbst etwas gegen den Corona-Blues, nachlassende Beweglichkeit und zusätzliche Kilos auf der Waage zu tun. Das Zauberwort heißt Bewegung – am besten an der frischen Luft und im Grünen!

Bewegung im Freien bedeutet nämlich nicht nur Training für die Muskeln, sondern ist auch Balsam für die Seele. Denn das Grün von Bäumen, Wiesen und Sträuchern unterstützt das Wohlbefinden im Alltag und kann sogar vor psychischen Erkrankungen schützen. Hinzu kommt, dass Outdoor-Sport nicht nur das Herz-Kreislaufsystem, sondern auch die Immunabwehr nachhaltig stärkt. Für Menschen mit Morbus Parkinson spielt körperliche Aktivität eine noch wichtigere Rolle, da sie als unverzichtbare, kostengünstige und allzeit verfügbare Begleittherapie für alle etablierten Behandlungsstrategien gilt.

Positive Auswirkungen von Bewegung

newsletter-mai

Positive Auswirkungen von Bewegung

So verbessert beispielsweise Lauftraining (Joggen im Freien oder auf dem Laufband) nicht nur die körperliche Fitness und Muskelkraft, sondern auch den Gang – Gehgeschwindigkeit, Schrittlänge und die Sicherheit beim Gehen nehmen zu. Regelmäßiges Tanzen fördert die Balance und allgemeine Beweglichkeit sowie die motorische Kontrolle.5 Wer es lieber ruhiger angehen lassen möchte, kann mit Yoga oder den asiatischen Sportarten Tai Chi und Qigong seine Motorik, Balance und Haltung trainieren und so Stürzen vorbeugen.

Positive Effekte erzielt nicht nur, wer sich bis zur Erschöpfung verausgabt. Schon leichte körperliche Aktivität kann das Herz-Kreislauf-Beschwerden, den Schlaf und depressive Symptome verbessern. Im Tierversuch verbessert eine mittlere bis hohe körperliche Aktivität (entspricht etwa 40 bis 60 Minuten Sport pro Tag an 5 Tagen pro Woche) die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Gehirnzellen. Zusätzlich reduziert Bewegung die Akkumulation des Parkinson-Proteins α-Synuklein und verhindert das Absterben von Nervenzellen. Die vermehrte Ausschüttung eines Hormons, welches das Wachstum von Nervenzellen fördert, wird auch für die antidepressive Wirkung von Sport und Bewegung verantwortlich gemacht.

Gut für Körper und Seele

Die größte Chance, den inneren Schweinehund regelmäßig zu überwinden und auch in Zeiten geschlossener Sportstudios und fehlenden Vereinssports aktiv zu sein, bieten alltagsnahe Aktivitäten wie Radfahren, Spazieren, Walken oder Wandern. Dabei ist es eher zweitrangig, für welche Art der Bewegung man sich entscheidet – Hauptsache man bewegt sich und verankert dies ebenso fest wie realistisch im Alltag. Und dies gelingt am besten mit Aktivitäten, die einem Spaß machen und keinen großen Aufwand erfordern.

platzhalter

Ein Beispiel hierfür ist das Fahrradfahren, das häufig auch noch Patienten mit fortgeschrittenem Krankheitsbild und Freezing-Symptomatik gelingt. Die regelmäßige Tretbewegung scheint Störsignale im Gehirn zu unterdrücken und Mobilitätsreserven freizusetzen, die es Betroffenen ermöglicht, sich normal fortzubewegen. Damit führt Radfahren zu Erfolgserlebnissen und wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Und eine positive Stimmung beeinflusst in hohem Maße den persönlichen Allgemeinzustand.

Wandern ist ebenfalls eine gute und in Zeiten von Kontaktbeschränkungen zunehmend beliebte Möglichkeit, körperlich aktiv zu sein. Der direkte Kontakt zur Natur und die körperliche Aktivität wirken sich positiv auf das physische und psychische Wohlbefinden aus. So sinkt der Blutdruck, das Stressniveau lässt nach und auch das Immunsystems profitiert. Regelmäßiges Wandern lindert zudem depressive Symptome und fördert das allgemeine Wohlbefinden.

Auch unabhängig vom Wetter aktiv bleiben

newsletter_mai

Auch unabhängig vom Wetter aktiv bleiben

Auch wenn hartgesottene Verfechter des Outdoor-Sports behaupten, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur unangepasste Kleidung, gibt es durchaus Tage, an denen man lieber nicht aufs Fahrrad steigen oder durch den Wald laufen möchte. Um trotzdem aktiv zu sein, bietet ein Fahrradergometer die Möglichkeit, fleißig zu strampeln. Aber auch im Internet finden sich zahlreiche Videos und Anleitungen für Übungen, die man ohne großen Aufwand und jederzeit zuhause machen kann (z. B. https://www.molekulare-neurologie.uk-erlangen.de/patienten/rehabilitationssport-mit-uebungsvideo/). Tipps zu Bewegungsmöglichkeiten während der Coronapandemie gibt auch die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (https://www.dgsp.de/seite/446828/bewegung-während-der-corona-pandemie.html).

Ausführliche Informationen zum Thema Sport und Bewegung bei Morbus Parkinson finden Sie außerdem auf unserer Webseite unter der Rubrik „Sport und Bewegung“. Nun aber runter von der Couch und hinein in die Sportschuhe! Wir wünschen Ihnen viel Spaß!